Bochum startet Wetterstationsnetz für klimagerechte Stadtentwicklung
Bochum begegnet den Folgen des Klimawandels mit datenbasierter Stadtentwicklung.
Lokale Daten für eine globale Herausforderung: Klimawandel verstehen
Bochum ist, wie viele andere Städte, unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen: Hitzewellen, Starkregen, Trockenperioden und der städtische Wärmeinseleffekt belasten besonders dicht bebaute und stark versiegelte Quartiere. Lokale Unterschiede im Stadtklima sind schon heute spürbar – und werden sich künftig weiter verschärfen.
Um wirksam reagieren zu können, braucht es drei zentrale Faktoren:
- verlässliche, kleinräumige Klimadaten,
- enge Kooperation zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Bildung,
- frühzeitige Umweltbildung für kommende Generationen.
Projektdetails im Überblick
Mit dem Projekt „BoKliNet – Bochumer Klimanetzwerk“ entsteht ein einzigartiges Messnetzwerk für die Stadt: In Zusammenarbeit mit dem MINT-Bildungscluster, den beiden Forschungsgruppen Bochumer Urban Climate Lab (BUCL) und Interdisziplinäre Geoinformationswissenschaften am Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum sowie der Smart City Innovation Unit werden bis Ende September 2025 insgesamt 28 hochpräzise Wetterstationen (Campbell Scientific) aufgebaut.
- 12 Stationen sind bereits in Betrieb.
- Bis Ende September 2025 wächst das Netzwerk auf 28 Stationen: 18 an Schulen und 10 an weiteren Standorten im Stadtgebiet.
Messgrößen im Überblick
Die Stationen liefern kontinuierlich Daten zu:
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Luftdruck
- Niederschlag
- Windgeschwindigkeit und -richtung
- Sonneneinstrahlung
- UV-Index
Ein besonderes Merkmal ist der Blackglobe-Sensor. Er erfasst die gefühlte Temperatur in stark versiegelten Räumen – eine zentrale Größe für die Analyse des Wärmeinseleffekts und für konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Bedeutung für Bochum
Akkordeon-Inhalt
- Die Daten liefern die notwendige wissenschaftliche Grundlage für klimaresiliente Stadtplanung.
- Sie ermöglichen gezielte Maßnahmen gegen Überhitzung und Extremwetterrisiken.
- Stadtverwaltung und Stadtkonzern erhalten Zugriff auf diese Datenbasis für strategische und operative Zwecke.
- Die beiden Arbeitsgruppen Bochumer Urban Climate Lab (BUCL) und Interdisziplinäre Geoinformationswissenschaften des Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum begleiten das Projekt wissenschaftlich.
- Aus der Kooperation ergeben sich neue Perspektiven für Smart-City-Anwendungen, Umweltmonitoring und städtische Reallabore.
- Die Vergleichsmessung und Evaluation verschiedener Stationstypen führte zur Auswahl der Campbell-Station mit ClimaVUE50, Blackglobe und CR350-Datenlogger als optimalem System
- Das Projekt kann integraler Bestandteil des Unterrichts an Schulen werden.
- Schülerinnen und Schüler lernen, reale Umweltdaten zu erheben, auszuwerten und lokal zu interpretieren.
- Dies stärkt naturwissenschaftliche Kompetenzen und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.
Bochums Smart City Vision
Mit dem Bochumer Klimanetzwerk (BoKliNet) setzt Bochum gezielt auf digitale Infrastruktur und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen, um den Herausforderungen des Klimawandels lokal zu begegnen. Das Projekt steht beispielhaft für eine Smart-City-Vision, in der Technologie, Wissenschaft und Bildung Hand in Hand arbeiten.
Die Maßnahme ist Teil des Projekts Stadtklima-Monitoring in der bereits unterschiedliche Sensoriklösungen, wie z.B. Gewässersensorik oder Bodenfeuchtesensorik eingeführt worden sind. BoKliNet – Bochumer Klimanetzwerk wird im Rahmen Smart Cities – Umsetzungsphase gefördert und zahlt unmittelbar auf die Ziele der Bochum Strategie 2030 ein – insbesondere auf das Kompetenzfeld Shootingstar der Wissensarbeit.
Durch die Verbindung von Klimadaten, Bildungsinnovation und urbaner Planung gestalten wir eine Stadt, die:
klimafest
digital vernetzt
und zukunftsorientiert ist.
Bochum wird so zur lernenden Stadt, in der Bürgerinnen und Bürger – besonders junge Menschen – aktiv in Transformationsprozesse eingebunden werden. BoKliNet macht sichtbar, wie Smart-City-Projekte echten Mehrwert für Lebensqualität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe schaffen können.